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Anima 2014// 23.02.2014

Wie angek├╝ndigt, m├Âchte ich ├╝ber die diesj├Ąhrige Anima schreiben. Am Anfang waren eigentlich t├Ągliche Updates geplant. Das hat aus zeitlichen Gr├╝nden aber nicht geklappt. Deswegen nun ein umso l├Ąngerer Artikel.

Die internationale Trickfilmwerkstatt Anima findet j├Ąhrlich in Dresden in den Winterferien statt. Dabei kommen Deutsche, Polen und Russen zusammen, um innerhalb von einer Woche Trickfilme zu produzieren. Unterst├╝tzung gab es dabei dieses Jahr von den Trickfilmprofis Lutz St├╝tzner, Ulf Grenzer, Izabela Plucinska, Dr. J├Ârg Herrmann und Rolf Birn (Leiter der Anima). Au├čerdem sorgten Damian Czaika und Markus P├Âtschke f├╝r die Vertonung der Filme.

Ich war dieses Jahr das vierte Mal bei der Anima dabei. Da ich in den letzten Jahre immer Zeichentrickfilme produziert habe, sollte es diesmal ein Puppentrickfilm werden. Das Problem am Puppentrickfilm ist, dass man, bevor man ├╝berhaupt mit dem Filmen anfangen kann, erstmal Figuren und Requisiten bauen muss. Daf├╝r geht die eigentliche Animation dann aber schneller als beim Zeichentrick.

Sonntag

Am Sonntag geht es immer erst mal ruhig los. Jeder stellt sich vor, es gibt Vortr├Ąge von den Profis, es werden Filme gezeigt und ein Kettenfilm wird gezeichnet.

Montag

Bevor man mit dem eigentlichen Film beginnen kann braucht man erstmal eine Story. Nachdem ich zwei Ideen wieder verworfen hatte, kam ich durch Unterst├╝tzung von Lutz St├╝tzner endlich auf eine passende Geschichte. Um einen besseren ├ťberblick ├╝ber alle Szenen zu bekommen und um sich klar zu machen, was alles zu tun ist, erstellt man sich normalerweise erstmal ein Storyboard. Am Ende sollten dann alle Szenen mitsamt Kamerafahrten, Ger├Ąuschen und so weiter klar sein.

F├╝r meinen Film musste ich gl├╝cklicherweise nur eine Puppe bauen. Daf├╝r wird ein Skelett aus Draht und Holz gebaut. Dar├╝ber kommt dann eine Schicht aus Schaumstoff. Hose, Schuhe und Pullover werden direkt angen├Ąht. Der Kopf besteht aus einer groben geschnitzten leichen Form, ├╝ber die dann Knetmasse geformt wird. Ein Kopf komplett aus Knete w├Ąre viel zu schwer. Dann werden die Augen eingesetzt. Diese haben als Pupille ein Loch, damit man sie bewegen kann. Die Augenlieder werden nur leicht auf die Augen gedr├╝ckt, damit man sie w├Ąhrend dem Animieren leicht austauschen kann. Die F├╝├če haben L├Âcher, durch die die Figur mit Nadeln auf einer Korkplatte am Boden fixiert werden kann.

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Das Dokumentationsvideo zum Puppentrick gibt es hier.

Dienstag

Nachdem die Hauptfigur fertig war, fehlten noch alle m├Âglichen Hintergr├╝nde, Requisiten und nat├╝rlich die zweite Figur: Die ├ťberwachungskamera. Diese baute ich dann relativ improvisiert aus Holz, Draht, Blech, einem St├╝ck Spiegel und Schn├╝rsenkeln zusammen.

Mittwoch

In der Mitte der Woche konnte nun endlich mit der eigentlichen Animation angefangen werden. Dabei hatte ich die M├Âglichkeit, mit dem Animationsprogramm “Dragon Frame” und einer Spiegelreflexkamera aufzunehmen. So konnte die Kamera vom Rechner aus gesteuert werden. Das Set wurde mit bis zu 4 Scheinwerfern ausgeleuchtet.

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Donnerstag

Schritt f├╝r Schritt wurde Szene nach Szene abgearbeitet, teilweis vor dem Greenscreen. Au├čerdem wurden die fertigen Szenen schon zusammengeschnitten und bearbeitet.

Freitag

Am Freitag widmete ich mich haupts├Ąchlich der Endszene. Diese wurde gr├Â├čenteils am Rechner aufgebaut, nur einzelne Teil wurden fotografiert und hineingesetzt. Zum Beispiel sollte es verschiedene grasgr├╝ne H├╝gel im Bild geben. Daf├╝r verwendete ich einfach ein altes Handtuch, dass ich dann mehrmals fotografierte, am Computer ausschnitt und umf├Ąrbte.

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Den fast fertigen Film dr├╝ckte ich dann gegen Abend dem Musiker Markus P├Âtschke in die Hand, der dann zusammen mit Damian Czaika seinen Schlaf f├╝r die Vertonung der Filme opferte. Ein gro├čes Dankesch├Ân nochmal!

Samstag

Am Samstag wurden die Filme in den technischen Sammlungen dann erstmals aufgef├╝hrt.

Und hier nat├╝rlich mein Film, stolze 3 Minuten lang. Viel Spa├č! ;-)


Hier
gibt es weitere Blogartikel und kurze Dokumentationsvideos von der Anima zu sehen.

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